Selbermachen liegt voll im Trend – Stofftapeten

Eine Anleitung zum Kleben und Anbringen von Stoff- bzw. Vliestapeten
Dank einfacher Bearbeitung und vielen fantasievollen Möglichkeiten zur Gestaltung gewinnt das Kleben von Vliestapete unter Heimwerkern immer mehr an Bedeutung. Dennoch gibt es einige Dinge, auf welche dabei geachtet werden sollte.

1. Schritt: Messen Sie Ihre Wände ab

Vliestapeten wie zum Beispiel Fototapeten, kosten generell etwas mehr als Raufaser. Deswegen ist es wichtig, dass Sie bereits vorher ausrechnen, welche Menge an Material Sie beanspruchen. Die LanaKK Art Edelboutique empfiehlt als einfache Faustformel:

Raumumfang x Raumhöhe = Die Summe ergibt den geschätzten Meterbedarf an Vliestapete.

Benötigen Sie eine genauere Planung, ist es ratsam, die Wände und die Aussparungen für die Türen und die Fenster separat zu messen. Die zusätzliche Mühe zahlt sich aber nur aus, wenn Sie vorhaben, kleinere Flächen zu tapezieren.

2. Schritt: Beschaffen Sie sich die Materialien

Schauen Sie sich im Baumarkt oder in einem Fachgeschäft um, um das passende Zubehör für das Kleben von Vliestapete zu finden. Notieren Sie sich vorher alles auf eine Liste, damit während der Tapezierarbeiten nicht plötzlich etwas fehlt.
Folgende Materialien sind dabei von Wichtigkeit:

-Vliestapete: Farben und Musteder Vliestapete
-Eimer mit Deckel für den Kleister
-Malerbürste zum Aufstreichen des Kleisters
-Gummirolle oder elastische Bürste zum Glätten der Vliestapete
-Scharfe Schere oder Tapeziermesser
-Nahtroller
-Bleistift und Lot zum anfänglichen Kleben der Vliestapeten-/Malervliesbahn
-Kreppband und Abdeckfolie
-evtl. Grundierung zur Vorbereitung der Wandfläche und Spachtel
-evtl. Spülmittel, Spülschwamm und Nagelroller zur Beseitigung der alten Tapete

Informieren Sie sich im Fachgeschäft über die empfohlenen Materialien und sparen Sie lieber nicht zu viel, sonst fangen Sie nach wenigen Wochen vorn an.

3. Schritt: Die Vorarbeiten

Vor dem Beginn sollten alle vorhandenen Steckdosen und Lichtschalter abmontiert werden. Überprüfen Sie, ob Sie alle Sicherungen ausgeschaltet haben.

Falls die Wände, die bereits mehrmals tapeziert oder überstrichen wurden, ist es wichtig, die alten Tapeten zu entfernen. Weichen Sie erstmals Raufaser mit Wasser und ein wenig Spülmittel ein und ziehen Sie die Tapete danach von den Wänden. Bei alten Farbschichten wird als Erstes der Nagelroller verwendet. So dringt die Flüssigkeit problemlos in das Material ein. Wenn vormals aber mit Vliestapeten tapeziert wurde, reicht es, die Tapeten trocken abzuziehen.

Sie können ganz einfach einschätzen, ob sich die alte Tapete leicht ablösen lässt. Befeuchten Sie dazu vorher eine Stelle mit einem Schwamm. Wenn das Wasser rasch einzieht, wird sich die Tapete generell ohne Mühe abziehen lassen. Wenn das Wasser aber abperlt, muss eine Vorbehandlung durchgeführt werden.

Bevor Sie die Vliestapete anbringen, sollten Sie die Böden mit Abdeckfolie schützen. Die Fußleisten sollten an der Wand gleichmäßig mit Kreppband abgeklebt werden. So verhindern Sie das Tropfen von Kleister, wobei Flecken hinterlassen werden.

4. Schritt: Bereiten Sie die Wände vor

Vor dem Tapezieren der Wände mit Vliestapeten sollten Sie den Untergrund genügend vorbereiten. Glätten Sie als Erstes die Risse und kleinere Löcher mit Spachtel und Spachtelmaße. Vliestapete ist eher dünn, weshalb recht schnell Blasen und Dellen in der Wand entstehen, wenn die Oberfläche nicht regelmäßig ist.

Um die Vliestapete direkt auf Putz zu kleben, sollten Sie nach der Vorbehandlung des Untergrunds eine Grundierung auftragen, damit der Putz den Kleister nicht aufsaugt und die Tapete keinen Halt bekommt.

5. Schritt: Schneiden Sie die Stoff- bzw. Vliestapete zu

Schneiden Sie die Tapeten entsprechend der Wandhöhe zu. Lassen Sie wie beim Tapezieren mit Raufaser an allen Enden einen Überstand von etwa 10 cm. Die Bahnen sollten in einem Verhältnis von 2/3 zu 1/3 zusammengeklappt werden. Legen Sie diese danach zur Seite und benutzen Sie Ihren ersten Zuschnitt.
Vliestapeten eignen sich dank zahlreichen Möglichkeiten zur Gestaltung sehr gut als Mustertapete. Achten Sie bereits bei dem Zuschneiden der Tapete auf die Passgenauigkeit der Muster. Dazu können Sie einfach das bereits ausgeschnittene Stück dicht neben den nächsten Zuschnitt legen und eine Ausgleichung vornehmen.

6. Schritt: Rühren Sie den Kleister an

Sind Sie nicht im Besitz von Flüssigkleister, können Sie zum Schluss der Vorarbeit Kleister anrühren. Während Sie das Pulver hinzugeben, sollten Sie das lauwarme Wasser stetig umrühren, damit ein Verklumpen der Maße verhindert wird.

Der Kleister kann gut konserviert werden, indem die Oberfläche mit einer kleinen Menge an Wasser bedeckt und die Klebmasse richtig verschlossen wird. So können Sie die Tapezierarbeiten problemlos während mehrerer Tage ausführen.

7. Schritt: Tapezieren Sie die Stoff- bzw. Vliestapeten

Nun kommen wir zur Durchführung der Renovierungsarbeiten. Gerade hier wird der erhebliche Unterschied in der Verarbeitung von Raufasertapeten und Vliestapeten ersichtlich. Dabei eignet sich Vliestapete auch besonders für unerfahrene Heimwerker. Sie kann direkt auf die Wand geklebt werden, ohne dass sie vorher eingeweicht werden muss. Dank einem Gemisch aus PVC und Zellstoffen ist das Material besonders formstabil.

Kleistern Sie die Wände ein Tragen Sie als Erstes den Kleister gleichmäßig auf die Fläche auf, auf welche Sie die Vliestapeten kleben möchten. Tragen Sie den Kleister etwas über die Breite der Tapete auf. So verhindern Sie, dass sich die Kanten nach der Verarbeitung lösen.
Kleistern Sie höchstens eine Fläche für bis zu vier Bahnen ein und kleben Sie danach sofort die Vliestapete, damit das Material richtig kleben bleibt.

Tapezieren Sie die erste Bahn
Legen Sie die erste Bahn unmittelbar bei der Hauptlichtquelle – meist dem Fenster – an. Drücken Sie vorsichtig von oben nach unten und danach von innen nach außen an. Verwenden Sie dabei eine Schaumstoffrolle oder eine weiche Bürste.

Schneiden Sie den hervortretenden Falz nach dem Tapezieren sofort mit einer scharfen Schere oder einem Tapeziermesser ab.
Tapezieren Sie die weiteren Bahnen

Gehen Sie bei den weiteren Bahnen gleich vor. Beim Abschneiden der überstehenden Stücke bekommen Sie einen geraden Stoß, wonach Sie die Kanten mit einem Nahtroller andrücken können, um die Ablösung des Materials zu verhindern.

Kleben Sie die Designs passend aneinander, um die Muster-Vliestapete richtig zu tapezieren. Trocknet das Vlies einmal aus, kann es nicht wiederverwendet werden.
Tapezieren Sie die Vliestapete zuerst zwischen je 10 bis 15 cm um alle Ecken und Kanten. Schneiden Sie bei der Bahn, welche Sie überlappend daneben kleben, ebenso Überstände ab.

Komplizierter wird es bei dem Tapezieren von Innendecken. Kleben Sie die Tapete als Erstes über Eck. Drücken Sie das Vlies danach mithilfe eines Spachtels an und schneiden Sie anschließend die Vliestapete mit einem Überstand von etwa 2mm ab. Gehen Sie bei der nächsten Bahn gleich vor. Drücken Sie die nächste Tapetenbahn wieder ab, damit es insbesondere in den Innenecken nicht zu Unregelmäßigkeiten kommt.

Während Sie an Fenster nach demselben Prinzip tapezieren können, sollten Sie darauf Acht geben, dass die Rahmen vor dem Kleister durch das Abkleben geschützt werden. Dies gilt insbesondere für Holzrahmen, welche sehr empfindlich sind.

Die Lichtschalter und Steckdosen können jeweils übertapeziert werden. Drücken Sie danach die Leiterkontakte durch die Tapete. Wenn diese getrocknet sind, können Sie die Löcher mit einem Teppichmesser ausschneiden. Achten Sie darauf, dass Sie dabei keine Kabel beschädigen.

8. Schritt: Lassen Sie die Stoff- bzw. Vliestapete trocknen

In einem letzten Schritt sollten Sie nun die Vliestapeten 24 Stunden lang trocknen lassen. Achten Sie darauf, die neuen Tapeten in dieser Zeit keiner Heizungs- oder Zugluft auszusetzen. Dabei würde die Wandverkleidung zu rasch trocknen und kann sich in Folge von der Wand lösen.

Sobald die Tapete trocken ist, können Sie mit dem Einrichten anfangen.

Sie können Vlies an der Decke auf dieselbe Art tapezieren. Tragen Sie als Erstes Kleister auf und drücken Sie die Tapete an. Die Tapetenbahnen sind nicht besonders schwer, da sie vorher nicht eingeweicht werden müssen.
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